In aller Kürze:

Teams durchlaufen verschiedene Phasen, die mit einem unterschiedlichen Lernprozess einhergehen.

Inhalt der Studie:

Die Studie baut auf der Erkenntnis auf, dass der Lernerfolg innerhalb eines Teams eine große Aussagekraft über die Effektivität eines Teams besitzt. Dabei analysieren die Autoren vier verschiedene Phasen, die Teams üblicherweise durchlaufen:

Phase 1 – Abhängigkeit und Inklusion: Im Team herrscht eine große Unsicherheit, es wird sehr höflich miteinander umgegangen. Teammitglieder suchen nach Akzeptanz, versuchen die Unsicherheit zu verringern und Grenzen zu setzen.

Phase 2 – Gegenseitige Abhängigkeit und Streit: Es entstehen erste Konflikte und Machtkämpfe. Dabei werden erste Rollen im Team definiert und verteilt. Es gibt keine klare Identität.

Phase 3 – Vertrauen und Struktur: Es herrscht eine weitgehende Einigkeit über die Aufgabenverteilung und gemeinsame Ziele.

Phase 4 – Arbeit und Auflösung: Teammitglieder fühlen sich wohl und wissen, welches Wissen und welche Expertise bei den einzelnen Mitgliedern zu finden ist.

Neben diesen vier Phasen wurden insbesondere zwei Faktoren untersucht die sich auf das Lernverhalten des Teams auswirken; die wahrgenommene Sicherheit und der gemeinsame Glaube an das Team.

Die Studie zeigte, dass die wahrgenommene Sicherheit und auch der Glaube an das Team in den Phasen 3 und 4 höher sind und diese auch dazu führen, dass in diesen Phasen die Teammitglieder mehr von- und miteinander lernen. Lernen findet dabei durch den Austausch von Informationen, die Ko-Konstruktion von Wissen und konstruktive Konflikte statt.

Hinweise für die Praxis:

– Teams, denen bekannt ist, dass ein Team verschiedene Phasen durchläuft, arbeiten insgesamt erfolgreicher zusammen und erreichen schneller höheren Phasen. Lern- und Arbeitsgruppen die als Team zusammen arbeiten sollten daher über diese Phasen aufgeklärt werden. (Ein weiteres sehr bekanntes Modell zum Gruppenverhalten findet sich über die Suchbegriffe „storming, forming, norming, performing”).

– Nicht alle Teams durchlaufen die genannten Phasen oder erreichen die höheren Phasen automatisch. Es kann daher sinnvoll sein, den Entwicklungsprozess aktiv anzustoßen.

– Durch eine gezielte Förderung der wahrgenommenen Sicherheit und dem gemeinsamen Glaube an das Team kann das Lernverhalten in der Gruppe gefördert werden.

– Die Wahrgenommene Sicherheit kann dabei insbesondere durch einen geeigneten Ansprechpartner für die einzelnen Teammitglieder unterstützt werden.

– Der Glaube an das Team kann durch regelmäßiges und realistisches Feedback unterstützt werden.

Quick Facts:

Quelle: Raes, E., Kyndt, E., Decuyper, S., Van den Bossche, P. & Dochy, F. (2015). An Exploratory Study of Group Development and Team Learning. Human Resource Development Quarterly, 26(1), S. 5-30.

Link zum Original

Methode: Befragung

 

 

 

Dieser Beitrag stammt aus der Xing Gruppe Science meets HRD