In aller Kürze:

Das HRD-Eustress Modell versucht die Beziehung zwischen positivem Stress und der Steigerung der Arbeitsleistung zu erklären.

Inhalt der Studie:

Das HRD-Eustress Modell stellt den Bezug zwischen arbeitsbedingtem Stress und Umwandlung von Energie her, sodass sowohl für den Arbeitnehmer, als auch für die Organisation positive Ergebnisse erzielt werden. Das HRD-Eustress Modell basiert auf bereits vorhandenen psychologischen Konzepten und zeigt neben den Stressfaktoren auch die direkten Präventivmaßnahmen auf.

Das HRD-Eustress Modell erklärt die Stressfaktoren anhand dreier Modalitäten. Dazu zählen die Herausforderungen am Arbeitsplatz, welche individuelle Reaktionen hervorrufen. Diese können sich sowohl in positiven (Eustress), als auch negativen Stress (Disstress) zeigen und dadurch persönliche und organisationale Auswirkungen hervorrufen. Die Begrifflichkeiten werden in der Mitte von links nach rechts dargestellt. Die abgerundeten dunkelgrauen Kasten zeigen, welche Maßnahmen der Personalentwicklung eingesetzt werden können. Auch hier werden die Maßnahmen von links nach rechts zugehörig zu den Modalitäten abgebildet.
Die primären Präventivmaßnahmen können vorbeugend gegen Stress wirken, indem sie den Herausforderungen am Arbeitsplatz entgegenwirken. Das bedeutet beispielsweise kann der Komplexität einer Tätigkeit durch eine vorangehende Stellenanalyse, Erstellung eines Anforderungsprofils, sowie einer geeigneten Weiterbildung entgegengewirkt werden.

Um die individuellen Bewertungsprozesse der eigenen Anforderungs- und Bewältigungsressourcen verbessern zu können, sind die sekundären Präventivmaßnahmen der Personalentwicklung ausschlaggebend. Anhand gesundheitsfördernder Programme, der Unterstützung durch Coaching und einer flexiblen Zeitplanung können die individuellen Reaktionen gemäßigt werden.

Schließlich können die tertiären Präventivmaßnahmen auf den positiven (Eustress) beziehungsweise negativen Stress (Disstress) gezielt wirken. Mithilfe der Implementierung von Leistungsbewertungen, der Schaffung monetärer Reize oder der gesonderten Mitarbeiteranerkennung kann zum Beispiel die Zufriedenheit der Mitarbeiter gesteigert werden.

HRD-Eustress Modell

Hinweise für die Praxis:

– Der richtige Umgang mit Stressfaktoren führt zu der Umwandlung von negativen Auswirkungen in positiven Nutzen für das Unternehmen und den einzelnen Mitarbeiter

– Implementierung von effektiven Trainings- und Weiterentwicklungsprogrammen fördert die Lernatmosphäre

– Erstellung eigener Zeitpläne beschleunigt die Erreichung organisationaler und personaler Ziele

– Konstruktive Anregungen und Vorschläge von Führungskräften helfen bei der kreativen Lösungssuche und erhöhen Optimismus und Belastbarkeit der Mitarbeiter

– Aktive Reflexion unterstützt die Bildung von explizitem und implizitem Wissen und lässt sich durch Erfahrungslernen weiter ausbauen

Quick Facts:

Quelle: Hargrove, Blake; Becker, Wendy & Hargrove, Debra (2015). The HRD Eustress Model: Generating Positive Stress With Challenging Work. Human Resource Development Review 14(3), S. 279-298.

Link zum Original: https://hrd.sagepub.com/content/14/3/279.abstract

 

 

 

Dieser Beitrag stammt aus der Xing Gruppe Science meets HRD