Häufig scheitern Transformationsprojekte bereits bei der Teambesetzung. Die häufigsten Gründe für schlechte Zusammenarbeit sind Kommunikationsstörungen, eine ineffiziente Aufteilung der Aufgaben und natürlich Konflikte unter den einzelnen Mitarbeitern. Deshalb ist es sehr wichtig ein ausgewogenes Team mit unterschiedlichen Charakteren zusammenzustellen. Gerade wenn es sich um digitale Transformationen handelt, werden oftmals die „digitalen Superstars“ auf den Projekt-Lead gesetzt und ihnen wird eine vermeintlich schlagkräftige, bunte Gruppe an die Seite gestellt. Die Frage ist: Bedarf es überhaupt der so hochgelobten digitalen Kompetenz im Team oder gibt es eventuell Typen, die sich besser für ein Projektteam eignen?

Hier meine Top 3 Charaktere, welche jedem Transformationsteam einen großen Mehrwert liefern:

Die Reiseleiterin

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Ob Transformation gelingt oder nicht ist in erster Linie in die Frage zu übersetzen: Nehme ich meine Mitarbeiter mit auf die Reise oder nicht. Also brauchen wir eine Reiseleiterin.

Eine gute Reiseleiterin sollte nicht nur Wissen und Zahlen oder Fakten parat haben, sondern den Gästen das Reiseziel auf lebendige, unterhaltsame und sehr persönliche Art nahe bringen. Zudem ist es von enormen Vorteil wenn die Leiterin nicht nur die Sprache der Gäste spricht, sondern auch die im Reiseland gesprochene Fremdsprache.

Eigenschaften, welche auch eine gute Transformationsleiterin auszeichnen, da sie sowohl die Sprache der Geschäftsführung und gleichzeitig die der Belegschaft beherrschen muss. Managementvorgaben sind in den Augen vieler Mitarbeiter oft abstrakt oder abschreckend formuliert, auch wenn sie häufig das genau gleiche aussagen wie die Belegschaft sich wünscht. Auch die persönlichen Eigenschaften sind nicht zu unterschätzen. Denn Empathie und Menschenkenntnisse sind von großem Vorteil in der direkten Kommunikation mit dem Team, der Geschäftsführung und der Belegschaft.

Und gute Reiseleiterinnen sind Improvisationstalente. Es wird vieles nicht nach Plan verlaufen. Daher ist es wichtig schnell alternative Routen zum nächsten Step ausfindig zu machen, die Motivation auch bei schlechtem Wetter hochzuhalten und die Sitzordnung im Bus so festzulegen, dass interessante Vernetzungen und kein Disput entstehen. Alles 1 zu 1 übertragbar.

Denken Sie bitte stets daran, eine Reiseleiterin kann auch nicht in zwei Länder gleichzeitig sein, daher „nur“ ein Projekt, 100 %.

Die Lehrerin

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Sie konnte gut erklären, hat sich nicht immer direkt an das Buch gehalten und wusste wie man den Stoff so vermittelt, dass Motivation und Neugierde entstehen. Die Lehrerin hat vom Charakterzug her nicht nur die Fähigkeit eine Klasse zu lesen, sie weiß auch wie man diese mit neuem Wissen bespielt. Im Zuge einer Transformation sind Training und Coaching ein unerlässliches Mittel zur Vermittlung von neuen Methoden, Technologien und auch Denkweisen. Solche Weiterbildungsmaßnahmen brauchen viel Feingespür und können nicht im One-Size-Fits-All Modus obligatorisch in das Lerncurriculum mit aufgenommen werden. Hier gilt es die Kompetenzen und den aktuellen Wissenstands der Mitarbeiter gut einordnen zu können und dann entsprechend mit passgenauen Weiterbildungen mitzunehmen.

Diese Lehrerinnen haben einem nie das Gefühl gegeben, wenn man es auswendig lernt dann hat man es verstanden, sondern dass es einfach ein interessantes Feld ist wo es sich „lohnt“ mehr darüber zu wissen. Intrinsisch. Eine Lehrerin hilft dem Team solche Lernangebote herauszuarbeiten und sorgt für den nötigen Wissensdurst bei den Teilnehmern.

Diese Person bringt also nebst der Motivationsfähigkeit und dem Feingespür für die Belegschaft, die Finesse mit, die Inhalte in passende Lernformate zu gießen.

Mrs. ZDF: Zahlen, Daten, Fakten

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Das was die Reiseleiterin und die Lehrerin noch über den Buschfunk einfangen konnte, bedarf spätestens beim unternehmensweiten Roll-Out von Anfang an einer guten Analyse. Hier müssen die Tools sich den Bedürfnissen des Unternehmens und den Überlegungen von Mrs. ZDF anpassen und nicht andersherum.

Wichtig ist hierbei, dass Mrs. ZDF im Sinne des Unternehmens & der Belegschaft denkt und Tools einsetzt, die sich in den Arbeitsalltag integrieren lassen. Hier muss sie eng mit der Reiseleiterin und der Lehrerin zusammenarbeiten. Die Reiseleiterin als Übersetzerin der unterschiedlichen Unternehmenssprachen und die Lehrerin als Adressat der Befragungen. Denn die Erkenntnisse der Befragungen müssen wieder direkt in die Ausarbeitung der Angebote übertragen werden.

Die Zahlen, Daten und Fakten dürfen dabei nicht dem Druckschluss unterliegen, dass jede Emotion messbar ist, aber ich muss jede Emotion wahrnehmbar werden lassen. Oftmals lässt die Messung aber aktuell nur zu, dass Erfolg bestätigt werden kann. Wer nicht konstant am Puls bleibt, findet sich am Schluss vor einem gescheiterten Projekt wieder.

Braucht es nicht auch Leute aus dem Marketing oder Techies im Projektteam?

Ich will nicht sagen, dass diese Charaktere eine völlige Fehlbesetzung wären aber ich möchte dennoch davor warnen, diesen Positionen zu viel Bedeutung beizumessen.

Gerade im Bereich Marketing liegt die große Gefahr, dass die eigenen Mitarbeiter zu sehr als Kunden gesehen werden und man dem Versuch erliegt, die eigene Belegschaft strategisch zu bewerben. Die Mitarbeiter haben sich oftmals nicht freiwillig für das neue „Produkt“ entschieden und wollen deshalb auch nicht beworben werden. Vielmehr müssen sie geleitet, gehört und verstanden werden. Dafür braucht es keine Werbekampagne. Sondern Gespür, Verständnis und Zeit.

Bei den Kollegen aus der Tech-Abteilung ist es oftmals schon alleine die Überforderung aus zu vielen gleichzeitigen Projekten, welche eine aktive Mitarbeit im Transformationsprojekt erschwert. Sie sollten jederzeit mit in Entscheidungsprozesse integriert werden, jedoch sollten Personen nicht nur auf Grund ihres Unternehmensbereichs in ein Projektteam gesetzt werden sondern auf Grund ihrer Eigenschaften.