In aller Kürze:

Die Unternehmenskultur und die Unterstützung durch die Führungskräfte haben den größten Einfluss auf das Evaluationsvorgehen.

Inhalt der Studie:

Mehrere Studien beschäftigen sich mit Hürden und Probleme bei der Evaluation betrieblicher Weiterbildung. In dieser Studie wurde deshalb untersucht, ob es aus Sicht der befragten Personalentwickler neben den Hürden auch Einflüsse gibt, die die Evaluation bedingen oder unterstützen. Hierbei wurde die Evaluation in die vier Teilschritte nach Kirkpatrick  sowie eine Berechnung des ROI unterteilt, um auch die Einflüsse auf die einzelnen Schritte zu untersuchen.

Zur Datenerhebung rekonstruierten 30 Personalentwickler in persönlichen Interviews ihre eigene Wahrnehmung von möglichen Einflussfaktoren auf das Evaluationsvorgehen. Die einzelnen Rekonstruktionen wurden dann zu einer Gesamtstruktur (Abbildung) vereint.

Ob eine Maßnahme intern oder Extern durchgeführt wird, hat keinen Einfluss auf das Evaluationsvorgehen der Personalentwickler. Der Inhalt einer Maßnahme wurde von den trainingsspezifischen Faktoren am häufigsten als einflussreich genannt. Der Fragebogen ist das gängige Instrument der Evaluation, unabhängig davon bis zu welcher Stufen im Unternehmen evaluiert wird.

In der Praxis beeinflussen die Unternehmenskultur und die Unterstützung durch Führungskräfte die Stufen bis zur Überprüfung des Lerntransfers direkt. Personalentwickler sehen die eigenen Eigenschaften als einflussreich auf die Überprüfung des Lernerfolgs und den Lerntransfer. Für die Überprüfung der betrieblichen Ergebnisse sehen die Personalentwickler hauptsächlich die Führungskräfte verantwortlich. Lediglich die Maßnahmenkosten wurden als Einfluss auf die Berechnung des ROI genannt.

Hinweise für die Praxis:

Es ist sehr wichtig, dass die Unternehmenskultur eindeutige Signale setzt und der Evaluation auch in finanziell schwierigen Phasen ausreichend Zeit und Bedeutung einräumt.

– Führungskräfte müssen mit einbezogen werden. Gerade für die Überprüfung der kritischen Transferebene ist die Unterstützung durch Führungskräfte essentiell.

– Führungskräften muss ein klares Rollenverständnis im Evaluationsprozess zugeteilt und kommuniziert werden, wie auch die nötigen Instrumente zur Verfügung gestellt werden.

– Die Überprüfung der zweiten und dritten Ebene wird von einer Vielzahl an maßnahmenspezifischer Faktoren beeinflusst. Hier müssen von Seiten der Personalentwicklung feste Standards etabliert werden, um einheitliche und vergleichbare Daten zu erhalten.

– Zur Überprüfungen des ROI fehlen die Instrumente und Daten zur Nutzenberechnung. Zwar werden häufig die Trainingskosten erfasst, diese alleine haben jedoch keinerlei Aussagekraft.

– Unternehmen müssen sicherstellen, dass die Evaluationsergebnisse nicht zu Datenleichen verkommen und stattdessen Einfluss auf das Evaluationsvorgehen erhalten.

Quick Facts:

Quelle: Eigene Studie

Methode: Qualitative Interviews mit Hilfe des Struktur-Lege-Verfahrens

Struktur

Dieser Beitrag stammt aus der Xing Gruppe Science meets HRD