In aller Kürze:

Ein positives Transferklima beeinflusst den Transfer von Gelerntem unabhängig von der eigentlichen Maßnahme.

Inhalt der Studie:

Die Autoren kritisieren, dass Studien die sich mit den Ergebnissen von Trainings beschäftigen meist nur die Merkmale des Trainings und Eigenschaften des Teilnehmers mit der Transferleistung in Verbindung bringen. Ignoriert wird dabei das Arbeitsumfeld und wie sich dieses auf den Transfer auswirkt.

Sie untersuchen daher die Zusammenhänge zwischen Lernerfolg, Transferklima, Arbeitsleistung des Teams, Transfererfolg und dem individuellen Arbeitserfolg. Unter Transferklima verstehen Sie dabei jene Bedingungen des Arbeitsumfeldes die den Transfererfolg fördern oder verhindern. Dazu sammelten sie aus der Literatur und aus Interviews beinahe 300 Begebenheiten die hier ihre Wirkung entfalten. Diese wurden durch Inhaltsanalysen und weitere Interviews zu 63 Begebenheiten zusammengefasst die sie in zwei Kategorien aufteilten: Situative Hinweise und Konsequenzen.

Situative Hinweise meinen dabei alles, was den Teilnehmer an ihr Training erinnert oder diesen die Gelegenheit gibt das Gelernte anzuwenden. Konsequenzen sind im Gegensatz dazu all jene Begebenheiten, welchen die Teilnehmer ausgesetzt sind, sobald sie das Gelernte umsetzen. Beispiele wären hier etwa positives oder negatives Feedback einer Führungskraft.

Sie haben damit eines der ersten Instrumente geschaffen, mit dem es möglich ist die Auswirkungen des Arbeitsumfeldes (Transferklima) auf den Transfer zu untersuchen. Im ersten Schritt der Untersuchung stellten sie fest, dass ein höherer Lernerfolg auch mit einem höheren Transfererfolg zusammenhängt und dieser wiederum mit einer höheren Arbeitsleistung verbunden ist. Vor allem stellten Sie aber auch fest, dass gerade das Arbeitsumfeld, das sie als Transferklima beschreiben, mit dem Transfer zusammenhängt. Dieses ist unabhängig vom eigentlichen Training und kann in verschiedenen Teams, Abteilungen oder Unternehmen unterschiedlich ausgeprägt sein. Wird das Transferklima positiv bewertet, ist auch die Transferleistung und damit die Arbeitsleistung höher.

Hinweise für die Praxis:

– Der Transfer von neuem Wissen in den Arbeitsalltag erhöht die individuelle Arbeitsleistung.

– Der Transfererfolg ist nicht nur vom Teilnehmer und der Weiterbildungsmaßnahme abhängig, sondern wird auch durch das Umfeld beeinflusst.

– Jene Bedingungen des Arbeitsumfeldes, die sich auf den Transfer auswirken, werden als Transferklima bezeichnet und können untersucht und gezielt optimiert werden.

– Als einfache Analyse können hier Bedingungen untersucht werden, die an den Transfer erinnern, diesen ermöglichen und die Konsequenzen die sich durch die Umsetzung ergeben.

– Die Teilnehmer können diese Bedingungen häufig selbst erkennen und benennen – sofern man sie danach fragt.

Quick Facts:

Quelle: Rouiller, J. Z. & Goldstein, I. L. (1993). The Relationship Between Organizational Transfer Climate and Positive Transfer of Training. Human Resource Quarterly, 4(4), S. 377-390.

Link zum Original: Science meets HRD

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