Personalentwicklung: Ein Instrument zur Qualitätssicherung

Aufgrund des stetigen Wandels sind Unternehmen gegenwärtig und zukünftig dazu angehalten, sich diesen Veränderungen und Maßnahmen anzupassen, um sich weiterhin am Markt behaupten zu können. Um sich diesen Herausforderungen und ständigen Qualitätsverbesserungen zu stellen, sind die Unternehmen auf ihre Mitarbeiter und deren Qualitätsentwicklung angewiesen, d.h. qualifizierte Fachkräfte werden zunehmend zu einem zentralen Wettbewerbsfaktor. Vor allem aber durch die demografische Entwicklung wird das Angebot an qualifizierten Mitarbeitern immer weiter abnehmen, der Bedarf jedoch deutlich steigen.
Folglich lässt sich die Qualitätsentwicklung bzw. die Verbesserung eines Unternehmens nicht losgelöst von der Personalentwicklung betreiben. Um die Qualität angestrebter Leistungen, beispielsweise Erfolgs- und Kundenorientierung, zu gewährleisten, muss die Qualitätsentwicklung der Mitarbeiter durch die Personalentwicklung ständig gefördert werden. Das heißt, Qualitätsmanagement und Personalentwicklung arbeiten hierbei Hand in Hand und die Personalentwicklung wird damit zur Voraussetzung und zum Motor der Qualitätsentwicklung.

Doch was hat das jetzt genau mit der ISO 9001 zu tun?

Nach der ISO 9001 werden Unternehmen dazu aufgefordert, den sogenannten PDCA-Zyklus (plan – do – check – act) aus dem Qualitätsmanagement auf ihre Personalentwicklung anzuwenden. Das heißt, es sollte zu allererst der individuelle Weiterbildungsbedarf ermittelt werden, um die Mitarbeiter entsprechend den sich verändernden Anforderungen weiterentwickeln zu können und die Maßnahmen umzusetzen. Die ISO 9001 fordert aber nicht nur die Ermittlung des Schulungsbedarfs der Mitarbeiter oder die Durchführung dieser Maßnahmen, sondern auch die abschließende Bewertung bzw. Evaluation bzgl. der Wirksamkeit der Maßnahme. Die Auswertung der Ergebnisse dient der Überprüfung und Verbesserung verschiedener Schulungs- bzw. Qualifizierungsmaßnahmen und liefert Daten als Grundlage weiterer Planungen und Entscheidungen für die Ausgestaltung und Optimierung der Personalentwicklung.

Des Weiteren fordert die ISO 9001 Unternehmen dazu auf, sogenannte Reportings zu erstellen, d.h. alle notwendigen Prozesse und Abläufe zu dokumentieren und aufrechtzuerhalten, sodass darauf vertraut werden kann, dass die Prozesse wie geplant durchgeführt werden.

Seit der ISO 9001:2015 liegt es außerdem im Aufgabenbereich der Personalentwicklung das Wissen zu bestimmen, das für die Durchführung der Prozesse zur Erreichung der neuen Herausforderungen benötigt wird. Das Wissen muss aufrechterhalten, in erforderlichem Umfang zur Verfügung gestellt werden und es muss bestimmt werden, auf welche Weise notwendiges Zusatzwissen und erforderliche Aktualisierungen erlangt werden. Darauf aufbauend werden dann, wie beim PDCA-Zyklus, entsprechende Maßnahmen eingeleitet, um die benötigten Kompetenzen zu erwerben.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass zwei Perspektiven denkbar sind, um Qualitätsmanagement und Personalentwicklung miteinander in Verbindung zu bringen. Zum einen leistet die Personalentwicklung ihren Beitrag zur Qualitätsentwicklung des gesamten Unternehmens und zum anderen wird sie zum „Betroffenen“ des Qualitätsmanagements bzw. einer Zertifizierung gemacht, da durch die ISO 9001 gewisse Anforderungen bzgl. der Bedarfsanalyse und Evaluation von Schulungsmaßnahmen an sie gestellt werden.