In aller Kürze:

Anhand einer metaphorischen Stadtrundfahrt werden die vier zukünftigen Szenarien der Personalentwicklung in Bezug auf die Jugendarbeitslosigkeit und die Unterbeschäftigung von Akademikern in Großbritannien offenbart.

Inhalt der Studie:

Anhand eines Workshops der Leeds Metropolitan University mit unterschiedlichen Interessenvertretern aus Großbritannien und Irland wurden die Trends der Personalentwicklung metaphorisch als Stadt aufgearbeitet. Dazu wurden die vier zukünftigen Szenarien der Personalentwicklung als Stadtbezirke innerhalb einer Matrix abgebildet. Als Impulse hierfür dienen die aktuellen Themen der Jugendarbeitslosigkeit und der Unterbeschäftigung von Akademikern.

Als zukünftige Szenarien gelten neben dem Stadtzentrum, dem Finanzdistrikt und dem unkonventionellen „Bohemian“ Viertel auch die Stadtrandsiedlungen.

Das Stadtzentrum rahmt die Personalentwicklung zwischen ihrer fundamentalen Rolle für Organisationen und Gesellschaft und ihren immanenten und äußeren Wert ein. Durch Kreativität und Innovationen im Bereich des Lernens und der Entwicklung stellt die Personalentwicklung das Zentrum für Unternehmens- und Personalstrategien dar. Im Hinblick auf das aktuelle Problemfeld der Jugendarbeitslosigkeit steht hier das Thema der Führungskräfteentwicklung mittels „Learning by Doing“ und „Reflecting on Action“ im Vordergrund.

Im Finanzdistrikt wird der Einfluss der Personalentwicklung auf den Unternehmenserfolg mittels Zahlen übertragen, dieser Prozess wird auch als „Return on Investment (ROI)“ beziehungsweise Kapitalrentabilität bezeichnet. Durch webbasierte Tools kann der Einsatz der Personalentwicklungsmaßnahmen gemessen und klar identifiziert werden. Mithilfe von einem positiven ROI kann neben der Unterstützung der Ausbildungsverhältnisse und dem vermehrten Einsatz von Trainees folglich auch der Reduzierung der Jugendarbeitslosigkeit entgegengewirkt werden.

Das „Bohemian“ Viertel zeigt den Zusammenhang zwischen dem Wert der Personalentwicklung und den gesellschaftlichen und technologischen Veränderungen auf, wenn heterogene Personengruppen in einer Organisation aufeinander treffen.  Neben Innovationen und hochwertigen Technologien werden soziale Netzwerke und dynamische Interaktionen thematisiert. Hierbei steht die Mitarbeiterentwicklung als wiederkehrender Prozess im Vordergrund. Mittels enger Zusammenarbeit der Arbeitnehmer, gemeinsamer Arbeitsplätze, Erfahrungsaustausch, Aufbau von Informationsnetzwerken und Selbstmanagement kann dieser Prozess bei fehlenden oder nachteiligen Organisationsstrukturen angeregt werden, um ebenfalls die Ausbildungsverhältnisse beziehungsweise die Berufsbildung im Allgemeinen zu verbessern..

Die Stadtrandsiedlungen sind von dem Einfluss der gesellschaftlichen und technologischen Veränderungen, sowie der Kapitalrentabilität der Personalentwicklung umrahmt. Hierbei steht die rentable Weitergabe von Wissen im Vordergrund. Durch standardisierte und umfassende Personalentwicklungsmaßnahmen kann nicht nur der Weiterbildungsbedarf aller Mitarbeiter gedeckt, sondern auch ein konstantes Qualitätsniveau aller Mitarbeiter erreicht werden, sodass der Unterbeschäftigung von Akademikern entgegengewirkt werden kann.

Hinweise für die Praxis:

  • Jugendarbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung von Akademikern sind Problemfelder für die Personalentwicklung 2020
  • durch erlebnisorientiertes Lernen und reflektierende Maßnahme wird die Führungskräfteentwicklung unterstützt
  • Der Einsatz webbasierter Tools verbessert die Berechnung der Kapitalrentabilität
  • Mithilfe interaktiver Gestaltung des Arbeitsplatzes wird die Zusammenarbeit von heterogenen Teams verbessert und gestärkt
  • Durch standardisierte Maßnahmen wird ein kontinuierliches und qualitatives Weiterbildungsniveau der Mitarbeiter gewährleistet

Quick Facts:

Quelle: Calver, J.; Cuthbert, G.; Davison, S.; Devins, D.; Gold, J.; Hughe, I.; Tosey, P. (2013): HRD in 2020: a hop-on, hop-off city tour, S. 94–105. Human Resource Development International, 2013, Vol. 16, No. 1. Online aufzurufen unter: https://www.tandfonline.com/doi/abs/10.1080/13678868.2012.710107?journalCode=rhrd20